Meisterschaftssaison 2012

 

Meister:

> Mike Fabry

 

Kartbahnen:

> Bad Mergentheim

> Bad Rappenau

> Keltern

> Mannheim

 

 

Bad Mergentheim

 

Die Blaugelben kommen

Nach exakt 357 Tagen Pause und abnehmenden Teilnehmerzuspruch ging die WKM für die 5. Meisterschaftssaison neue Wege; mit dem Racing Team Stuttgart wurden eigentlich Unbekannte zur privaten Rennserie eingeladen. Auch wurde die Saison erstmals nicht von März bis November veranstaltet, sondern jahresübergreifend von November bis Mai. Vom bisherigen Teilnehmerkreis hatten sich neben dem zuletzt sehr dominanten Titelverteidiger Sebastian Oettel lediglich noch Jens Bönisch, Christian Schorradt, Johannes Schuler und Patrick Reinhardt für die neue Saison eingeschrieben. Das Racing Team Stuttgart in den blaugelben Overalls komplettierte das Fahrerfeld mit Mike Fabry, Timo Marczinski und Jens Schindler, sowie mit den Reservisten Patrick Obermoser und Daniel Walz. Dass die Stuttgarter nicht antraten um nur das Starterfeld zu füllen wurde gleich zum Saisonauftakt in Bad Mergentheim deutlich. Im Zeittraining - die ersten 7 Karts trennten lediglich 68 hundertstel Sekunden - holte Marczinski vor Oettel, Bönisch und Fabry die Poleposition. In Rennen 1 gab es dann sogleich einen Doppelsieg von Marczinski vor Fabry, dabei distanzieren die beiden ihre Verfolger um mehr als 20 Sekunden. In Rennen 2 gab es dann mehr Action und Dramatik, aber auch einen hässlichen Rennunfall. Schorradt verlor beim Anbremsen auf die Knochenbrecherkurve die Kontrolle über sein Kart. Auf gerader Strecke kam das Heck um 180° und Schorradt prallte mit beinahe voller Geschwindigkeit rückwärts in die Mauer. Schorradt - der zwischen den Rennläufen das Kart wechselte - konnte das Rennen anschließend fortsetzen und mit 2 Runden Rückstand beenden. Auch Schindler wechselte nach Platz 8 in Rennen 1 das Kart, hatte hierbei allerdings mehr Glück in der Kart-Lotterie. Denn fortan war Schindler schnellster Mann im Feld und stürmte mit neuem Kart an die Spitze. Dabei machte er auch vor Fabry nicht Halt und drehte diesen in der Haarnadel vor Start/Ziel ins Aus. Dafür bekam der Youngster nach Rennende eine Zeitstrafe von 10 Sekunden. Somit wurde Fabry vor Schindler als Rennsieger gewertet. Ebenfalls eine 10-sekündige Zeitstrafe bekam Marczinski, da dieser nach einigen Schubsern im Verlaufe des Rennens Reinhardt in der vorletzten Runde dann doch noch von der Strecke schoss.

 

Bad Rappenau

 

Kein Finale in Rappenau

Um in Keltern in den Genuss der neuen Kartflotte zu kommen tauschte die WKM kurzerhand den Termin mit dem Rennen in Bad Rappenau. Somit startete man bereits im Januar in Bad Rappenau, welches damit erstmals nicht Schauplatz des Meisterschaftsfinales sein sollte. Die Kartbahn nordwestlich von Heilbronn gehörte - wie auch der Burgpark-Ring in Bad Mergentheim - in allen 5 Saisons zum Rennkalender und damit zum festen Inventar der Meisterschaft. Wie bereits im Vorjahr gab es im Qualifying erhebliche Zeitunterschiede. So holte sich Fabry mit deutlichen 1,05 Sekunden vor Oettel die Poleposition. Auf den Plätzen folgten Reinhardt, Schorradt, Bönisch und Schindler. Fabry war in Bad Rappenau eine Klasse für sich, fuhr allen davon und überrundete bis Rennende sämtliche Starter bis einschließlich Platz 6. Rennen 2 bot aufgrund der umgekehrten Startreihenfolge (auf den ersten 5 Plätzen) mehr Spannung und mehr Positionskämpfe. Zu Beginn konnte sich Schorradt leicht vom Feld absetzen, da der etwas langsamere Bönisch die nachfolgenden Fahrer aufhielt. Mit der Zeit musste Bönisch zuerst Fabry und dann auch Reinhardt passieren lassen. Diese beiden begannen sodann die Jagd auf Schorradt. Da Fabry auch im 2. Rennen die mit Abstand besten Rundenzeiten fuhr konnte er die Lücke schnell schließen. Über viele Runden versuchte sich Fabry in einem packenden und stets fairen Zweikampf mit Schorradt an die Spitze zu setzen. Wenige Runden vor Schluss machte Schorradt in der letzten Kurve vor Start/Ziel dann doch noch den einen Fehler, welchen Fabry sofort zum Führungswechsel nutze. Auch Reinhardt versuchte sich nun Schorradt für ein Überholmanöver zurechtzulegen und in einen weiteren Fehler zu treiben. Es blieb jedoch beim Versuch, so dass Reinhardt hinter Schorradt und vor Bönisch und Oettel das Rennen als Dritter beendete.

 

Keltern

 

Grenzenloses Chaos

Im März gastierte die WKM schließlich doch noch im badischen Keltern nahe Pforzheim. Die neue Kartflotte wurde erst wenige Tage zuvor in Betrieb genommen und konnte zum damaligen Zeitpunkt noch keinerlei Renneinsätze vorweisen. Und so hatten im Qualifying dann auch nahezu alle Fahrer mit Problemen der ergasbetriebenen Swiss Hutless Karts zu kämpfen. Die Bremspedaleinstellungen erwiesen sich bei einigen Karts als suboptimal; teilweise blockierte das noch nicht komplett zurückgegangene Bremspedal den Gaszug. Am besten konnte sich Routinier Fabry auf die widrigen Bedingungen einstellen und holte vor Schindler, Obermoser, Oettel, Marczinski und Bönisch seine 2. Poleposition. In der Startaufstellung spielte sich aufgrund permanent absterbender Motoren ein wahres Drama ab. Die hilflos überforderten aber sehr engagierten Streckenposten hatten einiges zu tun um alle Motoren am Laufen zu halten. Letztendlich erwiesen sich diese Bemühungen als hoffnungsloses Unterfangen, so dass erstmals ein WKM-Rennen fliegend gestartet werden musste. Doch selbst der fliegende Start sollte misslingen, da Schorradt in der Pause zwischen Zeittraining und Rennen das Kart wechselte und dann in der fliegenden Einführungsrunde aufgrund eines viel zu schnellen Pacecars nicht die Möglichkeit bekam auf seine Startposition vorzufahren. Im Rennen konnte dann niemand dem enormen Tempo Fabrys etwas entgegensetzen, so dass dieser sich schnell vom gesamten Feld absetzen konnte. Die Verfolger um Schindler und Obermoser kamen mit über 20 Sekunden Rückstand ins Ziel, allen anderen Fahrern fehlte mindestens eine Runde. Abweichend vom Reglement gab es dann vor dem verkürzten 2. Rennen ein weiteres Zeittraining, um auch zuvor benachteiligten Fahrern eine neue Chance zu gewähren. Am besten nutze diese Reinhardt, der sich nur knapp von Obermoser und Fabry geschlagen geben musste. Polesetter Obermoser gewann schließlich Rennen 2 vor Fabry und Schindler. Aufgrund von Unregelmäßigkeiten in Folge diverser technischer Probleme an der Kartflotte wurden beide Rennläufe nur mit halber Punktzahl gewertet. Dadurch fehlte Fabry vor dem Finale in Mannheim exakt ein Punkt zum vorzeitigen Titelgewinn.

 

Mannheim

 

Ende

Nach endlosen Diskussionen konnte man sich schließlich im Dezember auf einen Ersatztermin des im Mai abgesagten Rennens einigen. Das Saisonfinale bei Planet Kart sollte zudem auch das letzte WKM-Rennen werden. Die Kartbahn in Mannheim-Neckarau bot mit Steilwandkurve, Brücke und zwei Unterführungen einen würdigen Rahmen für dieses große Finale. Im Zeittraining qualifizierten sich die schnellsten 9 Fahrer innerhalb einer Sekunde für das 1. Rennen, eine derartige Leistungsdichte hatte es in der WKM-Historie bisher nicht gegeben. Die Poleposition ging abermals an Fabry vor Bönisch, Schindler, Oettel, Walz, Reinhardt, Schorradt, Schenk und Obermoser. Im Rennen genügte Fabry ein 2. Platz um den einen fehlenden Punkt zum Titelgewinn einzufahren. Der Rennsieg ging erstmals an Schindler, welcher sich somit eine Chance auf Gesamtrang 2 wahrte. Vor Rennlauf 2 fehlten Schindler (29 Punkte) lediglich noch 3 Punkte auf den frisch entthronten Meister Oettel (32). Auch in Rennen 2 bestimmten Fabry, Walz und Schindler das Tempo. Der offensichtliche Nichtangriffspakt der Stuttgarter bescherte Jens Schindler (39 Punkte) einen Doppelsieg und Gesamtrang 2 hinter dem souveränen WKM-Meister Mike Fabry (61). Auf den weiteren Plätzen folgten Sebastian Oettel (37), Jens Bönisch und Patrick Reinhardt (je 29,5).